Sonntag, 13. November 2011

Highland Fling (Australian MTB Marathon Championships)

Mein letztes Rennen der Saison konnte ich mit einem Geschäftstermin in Sydney kombinieren.

Vom sympathischen Flughafen an der Sunshine Coast ist man in 1.5h mit Jetstar in Sydney, dann gings mit einem kleinen Mietauto 2h nach Bundanoon zum Highland Fling. In der Anfahrt zum Dorf stelle ich fest, dass das Dorf an der Zuglinie Sydney-Melbourne liegt; im Wissen um meine 50$ billige Hotel Reservation habe ich schlimme Befürchtungen. So ist's dann auch, oder noch übler: das Zimmer im einzigen Hotel dieses Dorfes liegt 30m neben der Zuglinie und zusätzlich genau über dem Biergarten des Pubs, Fenster und Türen scheinen aus dem Gründungsjahr des Hotels - 1869 - zu stammen...
So schlafe ich also in einem ländlichen Dorf - ohne vernünfige Mobilfunk Anbindung -  mit Oropax! Eine andere Unterkunft zu finden war zwecklos - dieses Dorf wurde am Wochenende von ein paar tausend MTB Fahrer und Betreuer geflutet.


Am Samstag muss ich mein arg strapaziertes Bike von der Croc erstmal wieder fahrtüchtig machen. Die Leichtbau-Teile haben ihren Zenit überschritten, auch scheint die Avid Bremse nicht für das Australische Klima geschaffen, aber für 1 Rennen sollte es noch reichen.

Nach dem Start um 7:20 kann ich mich problemlos in der Spitzengruppe halten, 3 Kollegen von der Croc sind auch dabei. Erst nach etwa 1 Stunde geht's richtig los: 30 KM Cross-Country-mässige Singletrails. Nach einer Weile merke ich, dass die Trails schön im Flow gebaut wurden, so dass man fast immer Vollgas fahren kann auch wenn man die übernächste Kurve noch nicht sieht.  ("fast" - weil doch ein paar mal ein Baum meinem Helm oder Schulter und Knie im Weg standen. Noch nie hatte ich so viele Schrammen wie nach diesem Rennen.)

Im letzten Teil holten wir "Full Flingers" (100 Km Race) die langsameren "Half Flingers" (50 Km Race) ein. Auf den z.T. engen Trails ist es recht schwierig vorbeizukommen obwohl fast alle auf die "on your right" Rufe reagieren.

Einer crashed vor mir vor lauter Freundlichkeit in einen Felsen und blockiert den Trail so unglücklich, dass ich eine gefühlte Ewigkeit warten muss. Ich selber mache auch noch einen heftigen Abflug als mein Bike in einem tiefen Schlammloch stecken bleibt.

Durch das ewige Auf-und-Ab und Beschleunigen bekomme ich etwas Krämpfe. Ich erinnere mich an den Tipp des Neuseeländischen Croc Kollegen gegen Krämpfe: "train harder".

Das nützt mir im Moment wenig, also greife ich auf mein bewährtes Mittel zurück: Meersalzkristalle. Und tatsächlich: ganz gegen Schluss kann ich nochmals zulegen.


Glücklich im Ziel angekommen streckt mir ein Event-Organisator ein Mikrophon ins Gesicht und fragt mich was ich zu meiner Leistung als 3. nicht-Elite Fahrer (und erster meiner Kategorie) meine, dann schwatzen wir noch über meinen Australien Aufenthalt. Etwas später wird mir klar, dass meine Antworten via Lautsprecher an alle Festgeländebesucher übertragen wird. Auf dem Rückweg zum Hotel gratulieren mir dafür viele Leute; "the Swiss guy" scheinen jetzt einige zu kennen.

Mit dem gewonnen Preisgeld leiste ich mir in Sydney ein gutes - ruhiges (!) - Hotel. Bin ich jetzt Australischer MTB Marathon Landesmeister der Masters Kategorie, ich bin ja nicht "resident" und offizielle Landesmeisterschaften gibt es nur bei den Elite Fahrern? Egal - es war ein schönes Rennen und vielleicht auch dank dem Crocodile Trophy "Training" ein gelungener Saisonabschluss. (PDF)

Sonntag, 6. November 2011

Zurück in Noosa

Zum Glück bin ich mit Jetstar geflogen, so hat mich das Quantas-Grounding Chaos nicht gross gestört. Bike und Gepäck ist intakt angekommen (z.T mit der Post), so dass ich mich auf die weitere Entdeckung des Noosa Trail Networks machen kann.

Heute kann ich es selber fast nicht glauben, dass ich ohne den Defekt in der 3. Etappe in den Overall Top 10 gelandet wäre und in meiner Kategorie um den Gesamtsieg gekämpft hätte. Es war aber auch viel Glück dabei, dass ich auf den 1200 Km bei meinem ersten Etappenrennen keinen gravierenden Sturz zu verzeichnen hatte (vorallem in der 9. Etappe als ich einen schönen Salto über den Lenker gemacht habe).

Das Geheimnis zum Überstehen der Trophy habe ich bei einem Croc Kollegen gehört: "Tomorrow is another day, but that is for tomorrow. First rule of Croc Trophy: no talk of the next day, only the day that was."

Nächstes Wochenende starte ich noch am Highland Fling (australische MTB Marathon Meisterschaften), dann ist fertig mit Rennen für diese Saison. Noch nie hatte ich solchen Hunger wie in den letzten Tagen, mal schauen ob sich das positiv auf die bevorstehenden 100 Km Trails im Süden von Sydney auswirkt.